Soziale Netzwerke wie StudiVZ, Facebook und MySpace sind aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Dabei werden diese Plattformen von den Nutzern durchaus auch kritisch gesehen: Knapp 56 Prozent betrachten die wirtschaftliche und politische Überwachung als das größte Risiko der neuen Netzwerke. Sie haben außerdem wenig Freude mit Werbung, die aufgrund der im Netz hinterlassenen Daten auf die persönlichen Interessen zugeschnitten wird.
Doch die positiven Aspekte überwiegen: 60 Prozent von knapp 700 in Salzburg befragten Studenten schätzen die Möglichkeit, soziale Kontakte über diese Seiten zu pflegen, als den größten Vorteil. Das ergibt eine Studie, die die eTheory-Forschungsgruppe an der Universität Salzburg durchgeführt hat. “Die User stehen der Nutzung ihrer Daten für Werbezwecke kritisch gegenüber, sehen aber wenig Alternativen, weil die Vorteile der Kommunikationsplattform für sie eindeutig überwiegen”, fasste Studienautor Christian Fuchs im Gespräch mit der APA das Ergebnis zusammen. “Es gibt eine starke medienökonomische Konzentration im Bereich der Sozial-Netzwerk-Seiten – einerseits bei der Nutzung, andererseits bei den Gewinnen aus Werbeeinnahmen”, sagte Fuchs.
Recht unterschiedlich ist das Wissen der Nutzer der einzelnen Plattformen über das, was mit ihren Daten konkret passiert: Rund 90 Prozent der Mitglieder von StudiVZ wissen gut bis sehr gut darüber Bescheid, wie ihre Daten von der Plattform verwendet werden dürfen. Bei den MySpace-Nutzern wissen das 50 Prozent, bei Facebook nur 23 Prozent, erläuterte Fuchs. Insgesamt sehen zwei Drittel der Befragten die Überwachung im Netz kritisch oder sehr kritisch, das Wissen über konkrete Formen der Datenüberwachung – wie etwa die Vorratsdatenspeicherung – fehlt aber: 82 Prozent gaben an, dass sie nur wenige Informationen über Entwicklungen in der Datenüberwachung in Europa haben. Die Salzburger Untersuchungsergebnisse werden in eine europaweite Studie zum Thema “Leben in überwachten Gesellschaften” einfließen.
Quelle: APA